Drei Tage

Geschrieben von calphiko am Mittwoch März 4, 2020

An drei Tagen kann richtig viel passieren - oder auch gar nichts. Zwischen den Atzen (Drei Tage wach) und dem neuen Testament (trauriges Großereignis - 3 Tage Gar  Nix - freudiges Großereignis) ist praktisch alles möglich.

Sicherlich hätte JC sich mit Großereignis 2 etwas beeilt, wenn die geplanten drei Tage Pause auf das vorvergangene Karnevalswochenende gefallen wären…zumindest wenn er Karten für Heggen und Ennest gehabt hätte. Und wem, wenn nicht ihm, hätte Jochen Andreas, der jeckste Pastor im Kreis Olpe, wohl diese Karten besorgt? Das wäre ein Fest geworden. Aus dem Trio Pastorale mache ein himmlisches Quartett… Ding Ding Ding Dong!


Aber genug der semiblasphemischen Spekulationen, was ist passiert? Was hat den Brandstifter-Schreiberling so ausgelaugt, dass erst jetzt ein paar Worte zum  Karnevals-Hochfest zu Papier gebracht werden?

Heggen wars! Und Ennest! Und Poschi, also nicht der echte, sondern der aus Holz. Verwirrend? Ok, also der Reihe nach.

Es begab sich also zu jener Zeit, dass… - oder anders. Bevor ausgerechnet wir Seehofer’s Horst Munition für die Wiedereinführung des Gotteslästerungsparagraphen liefern, machen wirs ganz nüchtern:
Am vorvergangenen Samstag bereiteten sich die Brandstifter joggend, schlafend oder essend auf die zweite karnevalistische Prunksitzung in Heggen vor. Nach dem letzten Jahr hatte man ja eine ungefähre Ahnung was passieren könnte. Nach einem reibungslosen Aufbau, bei dem bereits die konkurrenzlose Licht- und Tontechnik in der Heggener Halle bewundert werden konnte, die schon den Soundcheck zum größten Vergnügen machte, gings für einen kurzen Powernap nach Hause… man würde es brauchen. Um Sieben dann Beginn des Einheizprogramms für die gut gefüllte Halle. Pünktlich um 19:31 Uhr dann der Einmarsch der KG… aber wer turnte da  vorne weg? Der Pressekodex verbietet uns das Nennen voller Namen und wir wollen auch niemandem vor den Kopf stoßen, aber wer jemals lernen wollte, wie man das Amt des Zeremonienmeisters perfekt ausfüllt, dem sei dringend ein Besuch in Heggen empfohlen. Zwar ist die Band während einer Karnevalssitzung immer auf 180,  trotzdem können manche Spielpausen lang werden. Toll, wenn man dann nur zusehen muss, wie besagter Zeremonienmeister sich allein mit seinem Stab… ok, das kommt falsch rüber. Er sich und allen um sich rum also mächtig Spaß macht. Das Programm am Samstag hatte einiges zu bieten. Wir sind sehr stolz, ein Teil dessen gewesen sein zu dürfen. So begleiteten wir nicht nur spontan den MGV bei seiner Darbietung des Früh-Rap-Werks „So ein Tag so schön wie Heute“, sondern bekamen sogar unseren eigenen Programmslot. Das Heggener Dorfgeschehen wurde bissig kritisiert, die Garden zeigten ihr Können… und alles lief absolut reibungslos. Ernsthaft, eine bessere Moderation und Organisation seitens des Veranstalters kann man sich nicht wünschen. Den erwähnten Pressekodex einhaltend bedanken wir uns dafür allerherzlichst bei D.R.T.B. aus H. und seinem Team. Nachdem dieser das Programm dann spät und natürlich nicht ohne den von uns intonierten  Traditionsschlager „Heggener Kindchen“ abmoderiert hatte, gings dann noch stundenlang rund. Ein perfekter karnevalistischer Tanzmusikabend, nach einem durchweg gelungenen Programm.

Hätte auch gereicht für das Wochenende… zumindest war das das erste Gedanke, der Sonntag morgen um halb neun bei Klingeln des Weckers auftrat. Wie, Was?  Wieder nach Heggen? Och…..yeahhhh! Kaum war man wieder in der wie von Zauberhand perfekt gesäuberten und aufgeräumten Halle, kam der Bock zurück.  Einheizprogramm ab 10:40… Mann, sind die schon wieder gut drauf. Einmarsch um 11:11… ah, da ist er wieder! Kann nur ein geiler Tag werden. Wurds dann auch. Heggen hatte für den karnevalistischen Frühschoppen ein Wahnsinnsprogramm auf die Beine gestellt, das machte einfach Spaß. Nicht unerwähnt bleiben sollte dabei natürlich der neue Prinz V.K. aus d.H.B. bei H., der beachtliche Steherqualitäten bewies. Wir allerdings auch - wie auch nicht bei einem so gigantischen Publikum. Nach dem Programm machten wir noch stundenlang nahtlos weiter, wir haben ja schließlich nichts anders mehr… oh Fuck, haben wir ja doch!

Abbau in Heggen und Aufbau in Ennest standen ja auch noch an. Die gerieten dann reichlich spät, aber effizient. Anschließend noch einen kleiner Abstecher ins Feuerwehrhaus auf einen  Absacker?
OK. Fünf Uhr? Was heißt hier Fünf Uhr?

Etwas gerädert aber weiterhin guter Dinge ging’s dann also am Montag auf nach Ennest zur Prunksitzung. Einheizprogramm… eigentlich unnötig in diesem Ort, aber  nichtsdestotrotz sehr spaßig. Und Programmstart. Nicht von schlechten Eltern! Selten so gelacht. Nach dem Programmende dann noch einmal eine ordentliche  Tanznacht mit uns. An dieser Stelle ist besonders unserer Bläsersektion zu danken! Ihr wart der Oberhammer. Nach drei Tagen fühlten wir uns wie mit Schweiß….halt  zusammengeschweißt. Es war ein Wahnsinnsritt!


Und was hatte jetzt Poschi damit zu tun? Nun, der Attendorner Bürgermeister konnte nur begrenzt selbst am Ennester Programm teilnehmen, was die handwerklich  begabteren Dorfesmännern dazu veranlasste, ihn aus Holz nachzubauen. Die lebensgroße auf einem Weihnachstbaumständer basierende Puppe, machte uns dann  doch einigen Spaß. Welche Band kann schon Fotos des Bürgermeisters auf der Bühne, beim Dirigieren, am Bass und am Glas vorweisen? Poschi begleitete uns bis tief in die Nacht… bis zum dreifach verdienten Feierabend-Bier(kasten) im Proberaum.

Vielen Dank an alle Heggener und Ennester Verantwortlichen! Es hat uns einen Wahnsinnsspaß gemacht. Wir sehen uns (hoffentlich nicht erst) im nächsten Jahr!!!