Denn sie wussten nicht, was sie tun...

Geschrieben von calphiko am Montag Oktober 28, 2019

... die alten Sumerer, als sie 5000 Jahre vor der Uraufführung von Jesus Christ Superstar mit Steinwerkzeugen etwas zimmerten, das sich unaufhörlich im Kreis dreht, wenn genug Schwung dazu gegeben wird. 

Die Erfindung des Rads war ein „für die Entwicklung der technischen Kultur in der Urgeschichte wichtiges Ereignis“ sagt Wikipedia, was natürlich eine maßlose Untertreibung darstellt, denn die wahre kulturelle Bedeutung dieser Erfindung sollte sich erst am vergangenen Samstag zeigen....

Die Brandstifter luden zum Jukebox-Konzert im Gasthaus Attendorn, wie schon beim karnevalistischen Mitsingkonzert hervorragend unterstützt durch Stefan und sein Team. Neben der Band erwies sich eben jene etwa 7000 Jahre alte Erfindung als Hauptakteur des Abends. Die Gäste durften am Rad drehen, nicht nur sprichwörtlich, sondern diesmal wortwörtlich. Selbiges war mit Kategorienamen bestückt, fiel die Wahl auf eine Kategorie wurden drei bis vier zugehörige Songs gespielt. Das Privileg der Setlistengestaltung gaben wir somit komplett aus der Hand. Ob so ein Konzept aufgehen kann? Ja sicher...obwohl uns das Glück nicht durchgängig hold war. Wer wünscht sich schon zu Anfang des Abends direkt die Kategorie „Kein Alkohol ist auch keine Lösung“? Campino-Gegröle und Johnny Walker- schwangeres Westernhagen-Gelalle direkt zu Beginn, na vielen Dank auch. Aber was muss, das muss. Und das Publikum goutierte unsere Konsequenz konsequent. Vor brechend vollem Saal gaben wir Kategorien mit so eindeutigen Titeln wie „Hannah nana nana nanana“, „Unter der Dusche“ oder „Ab zum Arzt“ zum Besten. Traditionellen Hörgewohnheiten sowie der Jugendschutz konnten bei dieser Vorgehensweise natürlich nur bedingt Berücksichtigung finden. „Die schönste Nebensache der Welt“ um zehn Uhr? Kann man machen, aber ... darf man das? Auf anwaltliches Anraten hin, versichern wir hiermit an Eidesstatt, dass der zu „The Bad Touch“ performte Ausdruckstanz lediglich die Demonstration einer gelungenen Ski-Technik zum Ziel hatte. Rock-Kracher um neun Uhr, der richtig harte Scheiß der Kategorie „Macht mal Krach“ um kurz vor zehn... eine Herausforderung für Kehlen der Sänger und Finger der Instrumentalisten. Aber es klappte...und wie. Die Begeisterungsstürme des großen, äußerst diversen und aus allen Himmelsrichtungen angereisten Publikums bescherten uns einen unvergesslichen Abend. Und spornten zu Höchstleistungen an. 3 Stunden nonstop, 15 Minuten Pause, 3 Stunden Nonstop. Nimm das, E-Street-Band! Da kann man nur Danke sagen. Danke an die eigens angereisten Vertreter aus Heggen, Volkringhausen, Lichtrighausen, Freienohl und Ennest, die uns mal abseits der eigenen Bühnen erleben wollten und an den großen Rest des oberaffengeilen Publikums. Danke an das wie eine geölte Maschine arbeitende Gasthaus-Team, an Daniel & Theresa für die Unterstützung beim Abbau, an Bernd für die medizinische Nothilfe im laufenden Stück...an alle, die irgendwie daran beteiligt waren, uns einen perfekten Jahresabschluss-Gig zu kredenzen, den wir sicher niemals vergessen werden.

Es freut uns sehr, dass wir ein bisschen zurückgeben konnten, denn die Glücksfeen- und –elferiche im Publikum hatten die Chance auf großartige Gewinne. Und ausgerechnet unser langjähriger Begleiter Daniel sahnte den Hauptpreis – ein „für lau“ Konzert mit uns - ab. Das wird sicherlich eines der Highlights im kommenden Jahr.

Allen anderen hoffen wir im nächsten Jahr mit unserer bescheidenen Kunst die Euphorie zurückschenken zu können, die ihr uns beschert habt. Angefangen mit dem Winterschützenfest in Bösperde am 18.01, gefolgt vom Karneval in Heggen, Ennest und Attendorn...wir halten euch auf dem Laufenden! Und verziehen uns jetzt in einen kurzen, bitter nötigen Winterschlaf. Habt Dank, alte Sumerer! Habt Dank, junges Gasthaus-Team! Habt Dank, Brandstifter-Fan-Volk! Bis ganz bald!

Bilder gibt es hier